Der Rekrut nickte knapp und eilte davon.

Als er aufsah, fiel sein Blick auf Ines – und auf die Frau hinter ihr. Bekannt, aber nicht sofort einzuordnen.

Ines salutierte knapp.

„Drana Bergwald hat ihre zehn Wochen Arbeitslager vorbildlich absolviert. Sie hat den Antrag auf Anerkennung als Überläuferin gestellt. Du hast das letzte Wort.“

Torre musterte Drana kurz, dann nickte er.

„Stadtwache. Mauer und Palisade. Beweise dich.“

Drana strahlte und verbeugte sich tief.

„Ich danke Euch. Von Herzen.“

Tief in den Sümpfen.

Vier durchnässte, mit Schlamm bedeckte Kundschafter drückten sich aneinander und feierten lautlos – mit Blicken, nicht mit Worten.

Vor ihnen: ein Schloss. Alt, düster, von unheilvollem Charme. Doch eindeutig bewohnt.

Zweieinhalb Monate waren vergangen, seit Blaubart im Kerker zusammengebrochen war – und endlich Crestas wahren Familiennamen genannt hatte: Vargestra.

Sie hatten die Spur aufgenommen, waren ihr zu sechst gefolgt. Nicht durch Karte oder Buch, sondern durch die Schatten – durch die Verstecke der Diebesgilde und die finstere Unterwelt. Nur dort erinnerte man sich an den Namen.

Zwei von ihnen waren unterwegs gemeuchelt worden – ein blutiges Zeichen, dass sie der Wahrheit gefährlich nahe gekommen waren.

Doch drei Brieftauben waren unterwegs. Was auch jetzt mit ihnen geschehen mochte – die Nachricht war nicht mehr aufzuhalten.

Außenposten Weerdorf, eine Woche später

Im Zimmer von Lady Resga: Sie, Hegra und Torre.

Eigentlich geht es um die überfällige Neuordnung der Versorgungswege des Kriegerbundes – ein wichtiges Thema, immer wieder verschoben. Doch heute schweigen alle.

Ihr Blick ruht auf dem kleinen rot-lila Röhrchen, darin ein zusammengerollter Zettel.

Kapitel 7

Schloss Vargestra ist entdeckt.

Bis tief in die Nacht wird geplant.

Der Sumpf – tückisch. Keine schweren Waffen. Keine Möglichkeit zur Untergrabung.

Giftige Dämpfe. Kaum begehbare Wege.

Ein Belagerungsring? Unmöglich.

Mehr Fragen als Antworten.

Kapitel 8

Schloss Vargestra, zur gleichen Zeit

Cresta steht vor einem halbtoten Gefangenen – einem der Kundschafter. Er schweigt.

Sie tobt.

Sein Begleiter konnte fliehen – in den Sumpf.

Weerdorf, am nächsten Morgen

Die Tauben waren geflogen, die Boten ritten. Lady Resga, Hegra und Torre befanden sich bereits in den Vorbereitungen für einen raschen Aufbruch. Viele Fragen waren noch offen, doch die Entscheidung war gefallen: Es musste sofort gehandelt werden.

Die übermittelten Nachrichten waren knapp, aber eindeutig. Cresta war aufgespürt worden. Infanterie wurde benötigt. Als Sammelpunkt war das Dorf Tofstieg am Rand des Sumpfes genannt.

Tabasta

Auch hier war eine der drei Brieftauben der Kundschafter angekommen.

Jaron rief zum Kriegsrat. Welche Truppen standen kurzfristig zur Verfügung? Wer konnte den Befehl übernehmen? (Insgeheim war ihm klar, dass Torre bereits unterwegs war – wahrscheinlich mit Hegra – Richtung Sumpf.)

Die wichtigsten Fragen standen im Raum:

Wie versorgt man eine Armee im Sumpf?

Wie belagert man eine Burg, die mitten im Morast liegt?

Nicht alle Antworten konnten sofort gefunden werden, doch bis zum späten Nachmittag war klar: Wegro und Kara hatten sich freiwillig gemeldet, erneut in den Dienst zurückzukehren. Zusammen mit Tara würden sie 250 Mann führen – sobald der Sammelpunkt bei Tofstieg bestätigt war.

Kapitel 9

Schloss Vargestra

Cresta stand im Badegemach und wusch sich Blut und Tränen vom Gesicht. Die Nacht war ein Albtraum gewesen.

Rebbi – ihre Geliebte, ihre Gefährtin – war zum Ziel der Stimme in ihrem Kopf geworden. „Bring sie in den Portalraum. Lass sie es berühren. Dann wird sie bereit sein, den Schwur zu leisten.“

Cresta hatte sich verweigert, geschrien, gebettelt, versucht zu verhandeln. Doch der Meister war unerbittlich. Die Kopfschmerzen waren unerträglich gewesen, bis sie schließlich – blutend und verzweifelt – vor dem Kamin im Salon zusammenbrach. Schließlich gab sie nach.

Am nächsten Morgen verschleierte sie ihren Zustand vor Rebbi. Nach dem Frühstück sagte sie mit sanfter Stimme: „Es ist Zeit, dass du meinen Meister kennenlernst.“

Rebbi war gleichermaßen neugierig und besorgt. Der Ostturm war ihr immer ein Rätsel geblieben.

Wenig später standen beide im Portalraum. Cresta verscheuchte die Bediensteten. Rebbi betrachtete das große, stählerne Oval, in dem die ersten Steintafeln eingebettet waren – fasziniert, fast wie hypnotisiert.

„Nein, Rebbi, bitte nicht anfassen!“ rief Cresta – doch zu spät. Rebbis Fingerspitzen berührten bereits den Stein.

Blut. Schlachten. Fliehende Menschen. Friedhöfe. Reißzähne. Die Bilder überfluteten Rebbis Geist.

Und die Stimme. „Gehorsche – oder ich lasse alle leiden, die du liebst.“

Cresta sackte zusammen, bewusstlos, vor Schmerz und innerem Druck.

Als sie aufwachte, lag sie im Bett. Rebbi saß an ihrer Seite, lächelte – die rehbraunen Augen nun tiefschwarz.

„Alles ist gut, Schatz. Danke, dass du mich aufhalten wolltest. Hat er dich sehr leiden lassen?“

Kapitel 10

Tofstieg, einige Wochen später

Im großen Heerlager am Rand des Sumpfes stehen 750 Männer und Frauen der Infanterie bereit. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, ein sicherer Pfad durch das trügerische Gelände ist dank der drei überlebenden Kundschafter vollständig ausgekundschaftet.

Man weiß: Schloss Vargestra wird von rund 200 Mann verteidigt. Der Ostturm ist besonders stark gesichert – ein Detail, das bei der Einsatzplanung besondere Beachtung findet.

Der Marsch soll am nächsten Morgen beginnen.

In einem abgetrennten Bereich des Lagers sitzen die obersten Befehlshaber:

Lady Resga – trotz ihrer sechzig Jahre vollständig gerüstet und wachsam –, Torre, Hegra, Wergo, Kara sowie fünf weitere Anführer. Gemeinsam gehen sie den Einsatzplan ein letztes Mal durch:

Drei Tagesmärsche bis zum Schloss

Sturmleitern sind vorbereitet

25 Magier stehen bereit

Die Moral der Truppe ist besser als erwartet

Was jedoch niemand in diesem Lager weiß: Die Zeit ist knapp.

In exakt vierzehn Tagen wird das Portal im Ostturm bereit sein – und mit ihm das, was Cresta zu entfesseln plant.

Morgen des Aufbruchs

Torre und Hegra verlassen im Morgengrauen ihr Zelt. Sie wissen, dass man sie in der Nacht gehört hat – doch das ist ihnen egal. Es ist ihre Art, sich vor einer möglichen letzten Schlacht zu verabschieden. Ein letzter Kuss, dann trennen sich ihre Wege. Beide gehen zu ihren wartenden Trupps.

Der Aufbruch erfolgt in geordnetem Tempo. Lady Resga reitet an der Spitze des Vorauskommandos – ein Zeichen von Stärke, Vertrauen und persönlichem Mut. Sie weiß, wie wichtig das in diesen Tagen ist.

Der Marsch durch den Sumpf ist schwer, aber ruhig. Trockene Lagerplätze gibt es kaum, die Truppen sind bald durchnässt, verschlammt und erschöpft. Die Moral beginnt zu leiden.

Es ist still. Man hört und sieht nur Tiere. Doch wer aufmerksam ist – und das sind vor allem die Magier – spürt, dass sie beobachtet werden. Die Präsenz einer fremden Macht liegt in der Luft.

Am Abend des vierten Tages erreicht das Heer das Schloss Vargestra. Der ursprüngliche Zeitplan ist dahin, doch die Belagerung beginnt. Die Armee umzingelt die alten Mauern. Der Angriff auf drei der niedrigeren Abschnitte soll bei Sonnenaufgang erfolgen.

Noch zehn Tage bleiben, bis das Portal vollendet ist.

Im Schloss

Cresta steht am Fenster ihrer Gemächer und betrachtet gelassen die anrückende Armee. Neben ihr: Rebbi – nicht mehr Dienerin oder Geliebte, sondern gleichgestellt, Teil des dunklen Pakts. Ihre Stimme ist ruhig, als sie beschreibt, was Cresta selbst durch das Dunkel nicht mehr sehen kann. Seit ihrem Schwur sieht Rebbi in der Nacht wie am Tage.

Dann hebt Cresta die Hand – ein Diener läutet die Glocke: das vereinbarte Signal.

Zwölf uralte Artefakte, verborgen auf den Mauern, beginnen zu leuchten. Ein magischer Schild erhebt sich, durchscheinend, flirrend und pulsierend – unüberwindbar.

Im Lager

Zorn. Unverständnis. Verzweiflung.

Im Belagerungsring herrscht Chaos. Einige schreien Befehle, andere verfluchen Magie, Wetter oder ihre Götter. Der Schock über die aufwallende Barriere lähmt die Moral. Wieder einmal hat Cresta sie überrascht – und gewonnen, ohne eine Waffe zu ziehen.

Morgen nach dem Schock

Das Heer vor Schloss Vargestra ist am Morgen noch immer unruhig, die Ordnung nicht vollständig wiederhergestellt. Doch die Offiziere zeigen Eigeninitiative – nach kurzer Absprache in der Nacht beginnen sie mit ersten Maßnahmen.

Tara und ihre Magiergruppe errichten gegenüber dem Haupttor einen Ritualplatz. Dort beginnen sie mit der Vorbereitung eines komplexen Beschwörungsrituals, das in vier Tagen einen mächtigen Gegenzauber entfesseln soll.

Kara teilt erfahrene Späher ein, die die Umgebung absuchen. Gibt es Höhlen, alte Tunnel, womöglich vergessene Zugänge?

Andere Einheiten fällen Bäume und beginnen mit dem Bau kleiner Belagerungsmaschinen – primitiv, aber funktional.

Und zwischen den Zelten erklingen Gebete und Lieder. Einige sprechen Mut zu, andere erinnern an gefallene Freunde.

Verzweiflung liegt in der Luft, doch sie verwandelt sich langsam in Entschlossenheit.

Bis zum Mittag sind Ruhe und Struktur zurückgekehrt. Die Soldaten arbeiten konzentriert – mit Zweifeln, aber auch mit neuem Mut. Tara und ihre Mitstreiter brauchen noch vier Tage. Bis zur Aktivierung des Portals verbleiben neun.

Lady Resga und Torre zeigen sich am Abend vorsichtig zufrieden – der Zusammenbruch wurde abgewendet.

Nachts im Schloss

Nach Sonnenuntergang ist Schloss Vargestra von magischer Stille umhüllt.

Cresta und Rebbi sitzen in ihrem provisorischen Kriegszimmer im Ostturm über dem Portalraum. Trotz der Aktivitäten der feindlichen Magier bleiben sie ruhig. Die Verteidigung ist stark, durchdacht, vorbereitet. Sie fühlen sich sicher.

Die beiden entscheiden, sich Ablenkung zu gönnen – doch heute nicht miteinander. Rebbi holt einen jungen Wachmann, verspricht ihm eine Nacht mit beiden. Er folgt ihr nervös, ehrfürchtig – und kommt erst am nächsten Morgen zurück. Gezeichnet.

Die nächsten Tage

Die Zeit vergeht wie im Flug. Das Ritual ist vorbereitet, die Truppen stehen bereit. Leitern, improvisierte Katapulte und Rammböcke wurden in Stellung gebracht. Lady Resga gibt schließlich den Befehl.

Im Zentrum des Ritualkreises steht Tara. Um sie herum die versammelten Magier, alle sprechen uralte Formeln. Magische Fäden aus Licht ziehen sich von den anderen zu Tara, die langsam zu schweben beginnt. Ihre Augen leuchten in hellem Blauweiß.

Dann entlädt sich die geballte Energie: Ein gleißender Blitz schießt aus Taras Händen und trifft die Schutzbarriere des Schlosses – sie zerbirst wie Glas, mit einem donnernden Knall.

Keiner braucht nun noch einen Befehl – der Sturm auf die Burg beginnt.

Der Kampf ist hart, erbittert. Doch bis zum Abend gelingt es, die äußere der beiden Mauerringe zu nehmen. Die Verteidiger leisten erbitterten Widerstand, aber die Überzahl, die Wucht der Belagerung – und der Wille der Angreifer – sind zu viel.

500 Soldaten beziehen Stellung an der inneren Mauer. 75 Gefallene, 175 kampfunfähig.

Der zweite Teil der Belagerung hat begonnen.

Noch fünf Tage bis zur Aktivierung des Portals.

Im Schutz der Dunkelheit

Rebbi steht auf dem Wehrgang der inneren Mauer. In der Hand ein langes Seil, am Gürtel ein Dolch. Ihr Blick ist kühl, entschlossen. Heute Nacht wird es wieder „Spaß“ geben – doch diesmal auf andere Art.

Sie klettert geräuschlos an der Mauer hinab – in die Nacht.

Der nächste Morgen

Fünf Männer tot. Kein Alarm in der Nacht. Keine Kampfrufe. Kein Beschuss.

Und: Wegro ist verschwunden.

Ein Morgen voller Fragen

Hegra steht vor den Leichen der fünf Toten aus der Nacht. Die Kehlen wurden allesamt durchgeschnitten – präzise, kalt, lautlos.

Ein junger Späher eilt herbei und winkt sie zu sich. Er deutet auf den Boden – sie sieht zunächst nichts. Doch dann beschreibt er die Spuren: Sie führen von der inneren Mauer ins Lager und wieder zurück. Die zurückführenden Spuren sind deutlicher – begleitet von Schleifspuren.

Jemand aus dem Schloss war im Lager. Hat gemordet. Und vermutlich Wergo verschleppt.

Im Kommandostab schlägt die Nachricht ein wie ein Blitz. Sorgenfalten überall. Die Verteidiger scheinen nicht nur außen, sondern auch innen zuzuschlagen – gezielt, heimlich, grausam.

Gleichzeitig ist der Druck auf die Burg groß. Die letzten Leitern sind zerstört worden, und die Rammböcke richten kaum Schaden am inneren Tor an. Der Angriff dauert bis in den Abend an, bringt jedoch kaum Fortschritte.

Noch vier Tage.

Rebbi

Rebbi steht vor der Tür zum Kerker. In der Hand das Foltermesser, in ihrem Inneren – Unruhe.

Was war aus ihr geworden? Noch vor wenigen Wochen war sie eine junge Frau gewesen – freundlich, neugierig. Vielleicht etwas eigenwillig im Bett, aber nichts Ungewöhnliches.

Und jetzt?

Heute hatte sie einen Gefangenen gefoltert. Nicht, um Antworten zu bekommen. Nicht im Dienst eines Plans.

Nur aus Vergnügen.

Sie fragt sich, ob sie gerade zu weit gegangen ist.

Oder ob sie einfach endlich verstanden hat, wer sie wirklich ist.

Drei Tage dauert es, bis das Tor fällt und der Kampf in die inneren Höfe und Gebäude getragen werden kann.

Die Gefechte sind zunächst heftig, doch dann geht es zunehmend schneller voran.

Nur der Ostturm wird erbittert verteidigt – jeder Ansturm kostet auf beiden Seiten zahlreiche Leben.

Von Torres ursprünglicher Gruppe stehen nur noch Hegra, Tara und er selbst auf den Beinen.

Kara ist schwer verwundet, Wergo weiterhin vermisst.

Auch der Rest der Streitmacht ist stark dezimiert:

Nur 150 der ursprünglichen 750 Kämpfer sind noch einsatzfähig.

350 sind verwundet, 250 gefallen.

Lady Resga liegt in kritischem Zustand auf einem Feldlager.

Die Heiler sind überfordert, geben jedoch ihr Letztes.

An einem mittleren Turmfenster stehen Cresta und Rebbi.

Sie beobachten ruhig das Schlachtfeld.

Hinter ihnen läuft das Ritual zur Aktivierung des Portals.

Vier dunkle Magier singen Beschwörungen – langsam verbluten sie,

Blut ist der Katalysator für die Erweckung.

Die Magier haben sich freiwillig geopfert.

Cresta und Rebbi küssen sich, als die ersten Portalsteine zu glimmen beginnen.

Sie haben ihren Frieden gemacht – als Werkzeuge des Meisters.

Die drei Freunde führen einen weiteren Ansturm auf den Turm an. Zwei junge Soldaten sind bei ihnen. Ein Gitter fällt hinter ihnen herab – niemand sonst kann folgen.

„Mist, egal. Die Treppe hinauf – ich will Cresta, dieses Ungeheuer“, knurrt Torre und wendet sich der Treppe zu. Die Soldaten stürmen voran.

Kaum brechen sie die Tür zur ersten Ebene auf, krachen zwei Schüsse – beide Soldaten fallen tot zurück. Torre, Tara und Hegra springen durch die Tür.

Dort stehen Cresta mit einem Säbel und Rebbi mit einem Langdolch – beide lächelnd vor einem gelb leuchtenden Portal.

Hinter dem Portal: ein Wesen. Groß, grauhaarig, blutrot-schwarzer Samt, Klauenhände, Fangzähne, schwarze Augen.

Das Portal erlischt, der Kampf beginnt.

Torre gegen Cresta. Hegra gegen Rebbi. Tara hält sich bereit, mit einem Auge auf die Tür gerichtet.

„Vampir!“, ruft Tara und schleudert einen Feuerball – er verpufft an einem magischen Schild. Ein Gegenangriff trifft sie – sie prallt hart gegen die Wand.

Draußen erheben sich vereinzelt Gefallene, greifen wahllos an. Panik bricht aus. Ein Offizier bringt einige Soldaten dazu, sich zu sammeln und Widerstand zu leisten.

Drinnen herrscht koordiniertes Chaos – zwei Nahkämpfe, ein magisches Duell. Der Kampf wogt hin und her.

Ein Moment der Schwäche – der Vampir hat seit Äonen kein Blut mehr getrunken. Der Schild flackert. Tara schleudert einen weiteren Feuerball. Cresta springt dazwischen und stirbt.

Ein Geschoss des Vampirs fliegt auf Tara zu – Torre fängt es ab, rettet sie.

Rebbi liegt verwundet am Boden.

Hegra zwingt den Vampir in den Nahkampf. Tara feuert weiter magische Angriffe. In den Höfen brechen die Untoten zusammen – der Vampir braucht seine Kraft.

Ein magischer Schlag wirft beide Frauen an die Wände.

Der Vampir beugt sich über Rebbi, hebt sie halb hoch und trinkt – endlich wieder Blut.

Ein koordinierter Angriff: Magiepfeil in den Rücken. Schwert durchbohrt den oberen Rücken.

Der Vampir schlägt nach Hegra – sie pariert. Tara greift mit Crestas Säbel an. Der Vampir schlägt wild um sich.

Hegra stößt ihm das Schwert ins Herz – er erstarrt. Tara köpft ihn.

Sieg – teuer erkauft.

Viele wollen nur noch weg. Hegra, jetzt ranghöchste Überlebende, gibt den Befehl: „Nur die Verwundeten kommen mit. Alles andere bleibt.“

Drei Stunden später zieht ein Zug von rund 400 Überlebenden ab. Traumatisiert, erschöpft.

Kara ist nicht dabei. Sie hat sich das Leben genommen, als sie den gefolterten Körper ihres Mannes fand.

Torre liegt im Koma.

Hegra und Tara begleiten ihn auf dem Heimweg. Ein Heiler wurde angeheuert. Sechs Tage bis Tofstieg.

Kapitel 11

Schloss Vargestra – Mitternacht

Alles ist still – selbst die Tiere meiden die Ruinen.

Doch dann, ein Rascheln.

Rebbi erhebt sich. Durstig wie nie. Sie verlässt den Turm. Draußen wirft sie einen Blick in eine Pfütze – und sieht ihr Spiegelbild.

Rehbraune Augen – nun tiefschwarz. Fangzähne.

Sie lächelt. Hungrig.

Ende