Sekunden später stand der Trupp. Gemeinsam joggten sie durch die Straßen.
Zrago und Brock trafen mit ihren Einheiten gleichzeitig ein. Das Tor sah übel aus – gezeichnet von Angriffen, verstärkt durch Zauber.
Schnell war die Verteidigung organisiert: Erfahrene Schildträger vorn, Speere dahinter, die Flanken fest.
Dann – das Tor brach auf.
Doch kein Angriff?
Verwirrung.
Dann: eine Welle aus Kriegern – plötzlich da, aus vollem Lauf. Sie hatten sich mit Magie genähert – getarnt.
Die Reihen prallten aufeinander.
Fast eine Stunde tobte der Kampf. Dann: der unsichtbare „Tunnel“ kollabierte. Ballisten und Katapulte hatten endlich Ziele.
—
**Tara**, die mit Feuerbällen mitgekämpft hatte, trat hinaus. Sie untersuchte Rammböcke, Boden, Luft.
Dann kehrte sie zurück – bleich.
Jaron und Hasgar erwarteten sie. „Dunkle Magie“, sagte sie knapp. „Mehr als ein Magier. Ritualstärke.“
—
**Hegra, GiGi, Ines und Loreana** waren bereits vor Ort. Sie versorgten die Verletzten. Helfer trugen die Schwerverwundeten ins Krankenhaus.
Zehn Tote.
Ein dunkler Tag.
Drei Tage und Nächte.
Sechs magisch verstärkte Angriffe auf die Tore. Keiner so erfolgreich wie der erste auf das Westtor – aber es war jetzt nur noch eine Frage der Zeit, wenn keine Verstärkung kommt.
**Tara** und ihre drei magischen Kollegen lagen im Lazarett. Körperlich gesund – aber geistig leer. Sie hatten ihre Fähigkeiten überstrapaziert.
Zehn weitere Tote. Viele Verletzte. Ein Drittel der Verteidiger – zumindest vorläufig – außer Gefecht.
**Der Führungsstab** um Hasgar, Kalimba und Jaron: müde. Mit Mühe bemüht, Mut und Zuversicht auszustrahlen.
—
**Torre und Hegra** standen Seite an Seite auf der Mauer. Müde – aber noch nicht ohne Hoffnung. Sie hielten Händchen. Ein stilles Versprechen: *Wir halten durch.*
**GiGi und Ines** gaben weiterhin ihr Bestes. Essensverteilung, Organisation, Trost – sie hielten durch.
**Loreana** kam kaum noch aus dem Krankenhaus. Zuviel Arbeit. Zuviel Leid.
**Umar, Leron und Otar** – alle leicht verletzt – hielten Ordnung. Koordinierten. Hielten Kontakt zwischen den Mauerabschnitten.
**Kara und Zrago** waren draußen – unterwegs durch den geheimen Tunnel. Ihr Ziel: herausfinden, wo die versprochene Verstärkung bleibt.
**Razgar und Valgir** arbeiteten unermüdlich. Sie versuchten, mit begrenzten Mitteln neue Lösungen zu entwickeln. Eine belagerte Stadt – und zwei kreative Köpfe.
**Brock** lag im Krankenhaus. Er hatte sich für zwei junge Milizionäre geopfert. Fast hätte er sein Leben verloren.
—
**Rita** war am Ende. Erschöpft. Doch dann trat ein junger Händler an ihre Stelle – plötzlich und unerwartet. Torre kannte ihn flüchtig.
Er übernahm die Verteilung. Er organisierte neu.
Ein Licht – inmitten der Dunkelheit.
Ein neuer Morgen.
**Kalimba** und seine Priester erwachten aus der Lethargie der letzten Tage. Sie begannen ein Ritual – zu Ehren der Götter. Ein Schutzkreis sollte entstehen, wie ihn niemand mehr gesehen hatte – nicht einmal die Ältesten der Elfen.
Die ganze Stadt beteiligte sich. Jeder betete. Jeder gab einen Teil seines magischen Potenzials frei.
Der Tag verging im Flüstern, im Singen, im Hoffen.
Und dann – langsam, fast ehrfürchtig – flackerte eine magische Barriere um die Mauern auf.
Gerade rechtzeitig.
Das Haupttor lag in Trümmern. Zahlreiche Verletzte. Zum Glück – keine neuen Toten.
—
Keiner wagte es, sich auszuruhen. Jeder tat, was er konnte.
Selbst die Kinder – sie trugen Essen, Wasser und Nachrichten durch die Stadt. Sie liefen, wo Pferde fehlten. Sie gaben Mut, wo er zu schwinden drohte.
Diese Nacht ruhte niemand. Selbst Verletzte standen auf, halfen mit, hielten aus.
—
**Torre** humpelte. Seine Rüstung – zerschlagen. Sie lag irgendwo in einer Ecke. Sie bot keinen Schutz mehr.
**Hegra** – nicht viel besser dran – wich nicht von seiner Seite.
Sie hielten sich. Nicht nur an den Händen – sondern an der letzten Hoffnung.
Aneinander.
Ein weiterer Tag.
Der Feind war wieder näher gerückt. Er beschoss die magische Barriere mit allem, was er hatte – auch mit Magie.
Die Barriere hielt. Noch. Gestützt durch permanentes Gebet. Doch wie lange würden die Priester durchhalten?
—
Mittag.
Plötzlich stand **Kara** neben **Jaron** und **Torre**.
„Blaubart hat viel Geld bezahlt, um unsere Verbündeten zu bestechen – aber ich war überzeugend. Sie verraten ihn. Angriff bei der nächsten Morgendämmerung – von Norden und Westen.“
Die Männer jubelten – laut, ungläubig, erleichtert. Die Nachricht verbreitete sich durch die Kinder in Windeseile. Die ganze Stadt hörte – und hoffte.
—
**Neue Hoffnung. Neue Pläne.**
Ein großer Ausfall wurde vorbereitet.
Jeder, der noch stehen konnte – wollte kämpfen.
Sie wurden in zwei Gruppen geteilt:
– **Gruppe eins**, unter Hasgar persönlich, sollte durch das Osttor stürmen. – **Gruppe zwei**, unter Jaron, durch das Südtor.
Der Feind sollte überall zugleich getroffen werden.
Norden und Westen – durch die befreiten Verbündeten. Osten und Süden – durch die letzte Kraft der Stadt selbst.
**Ein letzter Plan. Eine letzte Schlacht.**
Die vielleicht letzte Nacht.
Die Weinkeller waren geöffnet – wer wollte, durfte trinken. Keine Beschränkungen mehr.
Doch kaum jemand übertrieb. Ein paar Becher. Ein paar Schlucke. Alle wollten klar im Kopf bleiben. Bereit sein.
—
Die Familien kamen zusammen. Umarmungen. Worte. Blicke. Nicht jeder würde den nächsten Sonnenaufgang erleben – das wussten alle.
—
Die Freunde um **Hegra** und **Torre** saßen an der Mauer. Wenig Worte. Viel Nähe.
**Ines** und **GiGi**, in der Krise einander näher gekommen, saßen in der Küche. Ein erster Kuss – dann mehr. Sie waren nicht die Einzigen, die diese Nacht nutzten, um Nähe zu suchen.
Auch **Torre & Hegra** und **Wergo & Kara** zogen sich irgendwann zurück. Zärtlich. Still. Kein Abschied – eher ein Versprechen.
—
**Der Kommandostab** arbeitete durch. Organisierte. Überwachte. Berechnete.
**Kalimba** und seine Priester standen am Rand der Erschöpfung. Sie hatten alles gegeben.
—
Niemand schlief. Und doch – niemand war müde.
Als die ersten Lichtstrahlen den Horizont berührten, standen sie bereit – an den Toren. Gerüstet. Entschlossen.
Bereit für das, was kommen würde.
Hörner im Norden. Hörner im Westen.
Die Barriere wurde gelöst.
Es ging los.
—
Die Truppen der Stadt stürmten aus den Toren – geordnet, in Formation, Schulter an Schulter. Keine Panik – nur Entschlossenheit.
Ballisten und Katapulte deckten den Vormarsch.
Der Feind war irritiert – er wurde *angegriffen*. Darauf war er nicht vorbereitet.
Kein Abschnitt der Belagerung wusste vom anderen. Jeder wartete auf Verstärkung, doch alle gerieten gleichzeitig unter Druck.
—
**Torre** und **Hegra** kämpften Seite an Seite, dann wieder Rücken an Rücken – wie ein einziger Körper aus Schild, Schwert und Mut.
**Kara** und **Wergo** taten es ihnen gleich. Koordiniert. Kraftvoll.
**Leron**, **Otar** und **Umar** versuchten zusammenzubleiben. Nicht leicht im Chaos.
**Razgar** kämpfte mit **Zrago** und dessen Trupp – der Schmiedehammer wurde zum Kriegswerkzeug.
**GiGi**, **Ines** und **Hosgar**, der junge Vater, unterstützten einander – mit Mut und Willen.
**Loreana** und **Valgir** standen nebeneinander – sie mit dem Wanderstab, er mit einem provisorischen Knüppel aus einem alten Stuhlbein. Sie waren bereit.
—
Der Kampf wurde schnell unübersichtlich – aber die Stadt schlug sich gut.
An den anderen Fronten:
Berittene, gerüstete Lanzenreiter stießen vor – unter Deckungsfeuer von Armbrüsten, Goben-Muskete und vier kleinen Kanonen. Sie machten kurzen Prozess mit Blaubarts Söldnern.
Nachrückende Fußtruppen beendeten, was die Reiter begannen.
—
**Torre** und **Hegra** kämpften sich weiter vor. Sie hielten sich – trotz Blut, trotz Schmerz.
Den anderen ging es genauso.
Sie alle kämpften – nicht nur für die Stadt, sondern für Hoffnung selbst.
Plötzlich – ein Schlag.
Torre spürte, wie etwas Hartes seinen Helm traf. Der Aufprall riss ihm den Schutz vom Kopf. Schmerz. Dann – Dunkelheit.
—
**Kara** und **Wergo** kämpften wie von Göttern beschützt. Vasro schien selbst ihre Waffen zu führen. Sie fielen nicht. Doch viele Feinde taten es.
—
**Leron**, **Otar** und **Umar** wurden getrennt. Keiner wusste, wo der andere war. Jetzt kämpften sie allein. Nicht mehr um den Sieg – sondern ums Überleben.
—
**Razgar** und **Zrago** gerieten in Bedrängnis. Nur noch Verteidigung. Kein Angriff mehr möglich. Aber sie standen noch.
—
**Hosgar** stand plötzlich allein. Zwei Vollgerüstete gegen ihn. Er wankte – da kamen **Ines** und **GiGi** von links und rechts. Ein letzter Moment – und er überlebte.
—
**Loreana** und **Valgir** – ohne echte Kampferfahrung, aber mit Mut, Entschlossenheit und dem festen Willen, nicht zu weichen – sie hielten ihre Stellung.
—
Die Verstärkung – bereit, effizient, tödlich – hatte ihre Fronten gesäubert.
Jetzt griffen sie die Flanken der verbleibenden Belagerer an.
Sie arbeiteten sich vor – Schritt für Schritt – um die Verteidiger der Stadt zu entlasten.
Die Entscheidung rückte näher.
Das Schlachtfeld war laut.
Staub und Blut lagen wie ein grauroter Schleier über allem. Schreie, Klingen, brechende Knochen. Niemand wusste mehr genau, wo er stand – oder wo Kameraden, Freunde, Familie geblieben waren.
—
**Hegra** stand allein. Sie wusste nicht, wo **Torre** war. Aber sie sah es: das Banner von **Blaubart** – zerschlissen, aber noch sichtbar. Noch nicht gefallen.
Sie rief. Laut. Alles, was sie hatte.
Ein paar hörten sie. Sie rannte los. Direkt auf das Banner zu.
Doch es war zu spät. Etwa fünfzehn Reiter preschten davon – Blaubart an der Spitze. Die Reiter der Verstärkung reagierten – aber Blaubart hatte schon zu viel Vorsprung.
—
Minuten später – war es vorbei.
Die Schlacht war geschlagen. Der Feind floh. Die letzten Verbliebenen wurden verfolgt.
Jetzt begann die Suche: Nach Verwundeten. Zwischen den Toten. Unter Rauch und Blut. Mit Hoffnung in der Brust – und Angst im Herzen.
**Hegra** begann sofort nach **Torre** zu suchen. Acht Verwundete, achtmal rief sie nach Heilern und Helfern – doch von ihm keine Spur.
Schließlich stand sie vor **Loreana**, die gerade eine tiefe Wunde bei **Valgir** abband. Hegra fragte nicht. Sie wusste: Torre war nicht unter den Verwundeten, zumindest nicht hier.
—
**Otar**, selbst verwundet, hatte sich notdürftig verbunden. Er fand **Leron**. Den Schädel gespalten. Er rief nach Helfern. „Er soll nicht länger hier liegen“, sagte er – die Stimme hohl.
—
Auch **Zrago** war gefallen. **Razgar** trug ihn zur Mauer, weg von den anderen Toten. Keine Worte. Nur ein letzter Dienst.
—
**Hosgar** und seine kleine Gruppe hatten überlebt – irgendwie. Niemand wusste, wie.
—
**Kara** und **Wergo** lebten, aber mussten gestützt werden. Auch sie hatten alles gegeben.
—
Die Bilanz: 25 Tote auf Seite der Stadt. 20 unter den Verstärkungstruppen. Und unzählige auf der Seite **Blaubarts**.
Der Überraschungs-Ausfall, kombiniert mit dem Angriff von außen, hatte den Feind überrumpelt. Viele Leben wurden gerettet. Aber nicht alle.
Nie alle.
Bis spät in den Nachmittag wurden Verwundete geborgen und versorgt. Erst dann brachte man sie langsam in die Stadt zurück.
Unter ihnen – von all seinen noch lebenden Freunden und Kameraden unbemerkt – lag auch Torre.
Getragen von Jak, dem jungen Händler, dem Torre vor Wochen noch die Nase gebrochen hatte. Jetzt war es Jak, der ihn rettete.
Mitten auf dem Schlachtfeld – drei Männer, erschöpft, leicht verwundet, doch aufrecht.
Jaron. Hasgar. Qaras.
Qaras, General des Kriegerbundes, fiel auf die Knie. „Ich erwarte euer Urteil. Meine Geldgier, mein Verrat am Bündnis – es hätte eure Stadt fast das Leben gekostet.“
Jaron trat vor. Er sagte nichts. Er hob die Hand – und verpasste Qaras eine schallende Ohrfeige.
„Ihr werdet euch verantworten – vor einem Tribunal. Einfachen Bürgern. Und Soldaten dieser Stadt.“
Qaras schluckte. Langsam. Dann nickte er.
Hegra schleppte sich zum Lazarett.
Unterwegs traf sie die noch lebenden Freunde und Kameraden. Das Wiedersehen war schmerzhaft. Tote waren zu beklagen. Und Torre – ihre große Liebe – blieb vermisst.
—
Weit nach Mitternacht, alle waren versorgt. Die Heiler des Kriegerbundes hatten Großes geleistet. Hegra schlief tief und fest.
—
Loreana weckte sie mit einem Lächeln wie die aufgehende Sonne. „Leise, folgt mir“, sagte sie nur. Schlaftrunken folgte Hegra ihr durch das halbdunkle Lazarett.
Sie gingen schweigend bis ans andere Ende des Gebäudes. Dort lag er. Dicker Verband um den Kopf. Unruhig. Murmelnd. Unverständlich. Ihr Torre.
„Er ist schwach, unter starken Schmerzmitteln. Er wird einige Tage schlafen“, sagte Loreana leise. Dann zeigte sie auf einen jungen Mann, mit verbundener Brust, dösig auf einem Stuhl, es gab zu wenig Betten.
„Der da hat ihn gebracht.“
—
Hegra weckte den jungen Händler vorsichtig. Er schlug die Augen auf, sah sie – und erkannte sie sofort. „War euch noch was schuldig… und Schulden bezahle ich immer mit Zinsen“, murmelte er mit einem schwachen Lächeln und streckte ihr die Hand hin.
Hegra schlug ein.
Eine Woche war vergangen. Die Reparaturen an Toren und Mauern gingen gut voran. Die Stadt war geschäftig, und vor dem Haupttor hatte das Herrlager des Kriegerbundes Stellung bezogen.
Doch heute war ein trauriger Tag.
—
Die Messe für die Verstorbenen der Belagerung und der Befreiungsschlacht.
Den Vorsitz führte **Kalimba**, gezeichnet von den Tagen des Gebets, fast blind und gebrechlich, sein Körper erschöpft vom langen Wirken als Kanal göttlicher Magie.
—
Die Zeremonie war feierlich und tief bewegend.
Alle Namen wurden verlesen – von der unbedeutenden Magd bis zum glanzvollen Ritter.
Heute, und in **Tabasta** auch noch lange darüber hinaus, waren alle gleich.
Torre saß mit seinen Freunden fast ganz hinten. Loreana hatte es ihnen erlaubt, ihn für die Messe aus dem Lazarett zu holen.
Noch fünf Tage, dann würde er es endgültig verlassen dürfen. Die anderen waren bereits wieder im leichten Dienst.
Auf dem Rückweg war ihm schwindelig, und der Kopf pochte – doch er begann zu lächeln: Seine Bettnachbarin war zum ersten Mal wach. Tara, die Magierin, saß halb aufrecht und bekam von einem Heiler Suppe gereicht.
Nach dem Abschied von den Freunden redeten sie kurz, dann sank sie wieder in die Kissen und schlief ein.
—
Torre begann mit leichten Übungen zur Kräftigung.
Abends wieder ein kurzes Gespräch mit Tara.
Die fünf Tage vergingen schnell – Kräftigungs- und Gleichgewichtstraining, kurze Gespräche mit Tara, Besuche seiner Freunde. Tara war zunehmend länger und öfter wach, aber sie bekam nie anderen Besuch. Eine neue Freundschaft entstand.
—
Torre wurde entlassen. Jaron bat ihn, vorübergehend bei Verwaltungsaufgaben zu helfen. Er stimmte zu.
Torre und Hegra genossen den vermeintlichen Frieden: Arbeiten, Freunde, Kameraden. Täglich besuchten sie gemeinsam Tara, auch die anderen kamen regelmäßig vorbei.
Nach zwei Wochen wurde Tara entlassen und nahm vorsichtig ihre Arbeit wieder auf.
—
Jak, nach einer Handelsreise zurück in der Stadt, kam mit einer besonderen Lieferung für Torre: Ein rotgoldener Ring mit einem kleinen, blauen, blütenförmig geschliffenen Stein.
—
Die gesamte Gruppe saß in der Wachstube: Alte und neue Freunde vereint.
Kapitel 5
Torre stand nach der ersten Runde auf. „Ihr kennt meinen Plan, Paladin zu werden und gegen das das Urböse auszuziehen.“
Alle sahen ihn an – erwartungsvoll. Hegra wurde plötzlich unruhig.
„Der Plan hat sich geändert“, sagte er. „Ich bin jetzt hier gebunden – und würde das heute, in unserer Runde, endgültig offiziell machen.“
Stille.
Hegra schluckte, zitterte leicht.
Torre ging vor ihr auf ein Knie. Der Ring erschien in seiner Hand.
„Liebste Hegra, willst—“
Weiter kam er nicht.
Sie lag bereits in seinen Armen, ihr „Ja“ laut und deutlich.
Ein langer Kuss.
Die gesamte Taverne jubelte, applaudierte, prostete ihnen zu.
Drei Wochen waren vergangen – Torre war wieder vollständig genesen, ins Training und den Wachdienst eingebunden.
Auch der Prozess gegen Qaras war zu Ende gegangen. Das Urteil war deutlich: Unehrenhaft entlassen, unter Verlust aller Titel, Ämter und Privilegien aus dem Kriegerbund ausgeschlossen – ohne Chance auf Rehabilitation. Dazu 100 Tage Kerkerhaft, wobei die Zeit seit der Schlacht angerechnet wurde. Einige nannten es fair, andere zu milde.
—
Hasgar rief zur Versammlung aller Krieger, die dienstfrei oder an ihren Posten entbehrlich waren.
„Jaron übernimmt ab sofort offiziell Qaras‘ ehemalige Position als General der Truppe, die uns auch über die Schlacht hinaus unterstützt hat. In drei Tagen reitet er mit zwei weiteren Generälen – die heute noch erwartet werden – erneut gegen Blaubart. Wer ihn begleiten möchte, stehe jetzt auf.“
Der ganze Raum erhob sich wie ein Mann.
„Das habe ich erwartet“, sagte Hasgar. „Ich werde 50 von euch auswählen – der Rest bleibt hier. Die Entscheidung erfahrt ihr morgen früh.“
Damit war das Treffen beendet.
—
Am nächsten Morgen wurde Torres gesamter Trupp ausgewählt. Er und Wergo hatten inzwischen – mit Jarons Erlaubnis – die Rollen getauscht.
Auch Tara wurde ihnen zugeteilt, nun offiziell als Kampfmagierin.
Zwei Tage Vorbereitung. Sie vergingen wie im Flug.
Dann – der Aufbruch nach Süden. Die Armee war groß, bereit und entschlossen.
Die Armee war hervorragend ausgerüstet: Lanzenreiter, schwere und leichte Infanterie, Bogen-, Armbrust- und Musketenschützen sowie 14 Prachtstücke: zehn leichte Feldkanonen und vier schwere Belagerungskanonen. Dazu Handwerker, Heiler, Magier und einige Priester des Klosters.
